Neuartiges, wissenschaftlich evaluiertes Kursprogramm zur Prävention von Rückenschmerz – Ran Rücken Kurse nun auch an der RUB!

Neuartiges, wissenschaftlich evaluiertes Kursprogramm zur Prävention von Rückenschmerz – Ran Rücken Kurse nun auch an der RUB!

Im Rahmen des Ran Rücken-Forschungsprojektes, wurde im deutschlandweiten Forschungsverbund MiSpEx („Medicine in Spine Exercise“) seit 2011 ein neuartiges Trainingsinterventionsprogramm entwickelt, das nun sowohl der Allgemeinheit als auch dem Leistungssport zur Verfügung gestellt wird. Dieses Programm startet jetzt auch an der RUB. Das Angebot richtet sich an Personen, die dem Rückenschmerz vorbeugen wollen. Bei regelmäßigem Kursbesuch wird die Teilnahme durch die Krankenkassen bezuschusst.

 

Was ist das Besondere an dem RAN Rücken Programm?

Das Besondere an dem Ran Rücken Programm ist eine Kombination aus verschiedenen Ganzkörper-Kräftigungsübungen, die auf sensomotorischen Trainingskonzepten beruhen und konsequent sogenannte Perturbationen, also Störreize, einbeziehen. Das Programm besteht im Wesentlichen aus vier Grundübungen, die nahezu überall durchgeführt werden können und die in insgesamt 12 Schwierigkeitslevels abgestuft sind. Dadurch kann es an die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden angepasst werden und ist sowohl bei Untrainierten als auch im Hochleistungssport einsetzbar.

 

Wie wirkt das RAN Rücken Programm und wie wirksam ist es?

Das Programm wirkt durch eine Kombination aus Muskelaufbau mit verbesserter Rumpf-/Rücken-Stabilisation und verbesserter neuromuskulärer Ansteuerung. Seine Wirksamkeit konnte in einer großen Multicenter Studie mit über 1500 Patientinnen und Patienten sowie in vielen kleinen Begleitstudien nachgewiesen werden. Es führt neben einer Reduktion von Rückenschmerzen sowohl zu einer verbesserten Kraftfähigkeit der Rückenmuskulatur als auch zu einer Verbesserung der durch Rückenschmerz hervorgerufenen Einschränkungen im täglichen Leben.

Dieses Trainingsprogramm wurde in ein anwendungsfreundliches Kursformat zur Vorbeugung von Rückenschmerz transferiert. Auch in diesem Format wurden zahlreiche positive Effekte gefunden. Das Konzept wurde bei der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert und steht nun für alle Krankenversicherten zur Verfügung. Der Vorteil hierdurch besteht in der Bezuschussung der Krankenkassen (§20 SGB V), die in der Regel ca. 80% der Kursgebühr beträgt.

Hier geht es zur Anmeldung!

 

Kurstermine:

  • 16:00-17:00 Hochschule für Gesundheit (ab 8.4.2019)
  • 17:00-18:00 Hochschule für Gesundheit (ab 8.4.2019)
  • 8:00-9:00 Unifit (ab 10.4.2019)
  • 9:00-10:00 Unifit (ab 10.4.2019)
  • 16:00-17:00 Outdoor (CaSpo) (ab 7.5.2019)
  • 17:00-18:00 Outdoor (CaSpo) (ab 7.5.2019)
  • 16:30-17:30 Kalkheck (ab 3.5.2019)
  • 17:30-18:30 Kalkheck (ab 3.5.2019)

 

Kursdauer:

12 Praxiseinheiten, 1 x wöchentlich

 

Kursgebühr:

30,- Euro bei regelmäßiger Teilnahme und einer Bezuschussung durch die Krankenkasse von 80%. Vorkasse: 150,- Euro. Informieren Sie sich hier über die Bezuschussung durch Ihre Krankenkasse

 

Kursorte:

Hochschule für Gesundheit
Gesundheitscampus Nord 6-8
44801 Bochum

Unifit Bochum
Massenbergstraße 9-13
44787 Bochum

Ruhr-Universität Bochum
Campussportanlage (CaSpo)
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

Sporthalle Am Kalkheck
Kirchender Dorfweg 6
58313 Herdecke

 

Weitere Fortbildungstermine zum Erwerb der RanRücken – Lizenz

Weitere Fortbildungstermine zum Erwerb der RanRücken – Lizenz

Nach den ersten erfolgreichen Fortbildungslehrgängen freuen wir uns Ihnen mitzuteilen, dass wir zwei neue Fortbildungstermine an der Ruhr-Universität Bochum anbieten können:

Samstag, 25.05.2019, 9:00-18:00 Uhr und
Sonntag, 26.05.2019, 9:00 – 12:30 Uhr

Freitag, 26.07.2019, 14:00-19:30 Uhr und
Samstag, 27.07.2019, 9:00-17:00 Uhr

Wir hoffen auf zahlreiche Anmeldungen und freuen uns darauf das Ran Rücken Trainernetzwerk stetig zu erweitern.

Zur Auschreibung und Anmeldung geht es hier.

 

Ausschreibung zur Erlangung der RanRücken-Lizenz

Ausschreibung zur Erlangung der RanRücken-Lizenz

Liebe Interessentinnen, liebe Interessenten,

im Rahmen des Ran Rücken-Forschungsprojektes haben wir in unserem deutschlandweiten Forschungsverbund MiSpEx („Medicine in Spine Exercise“) seit 2011 ein neuartiges Trainingsinterventionsprogramm entwickelt, das wir nun sowohl der Allgemeinheit als auch dem Leistungssport zur Verfügung stellen.

Das Besondere an dem Programm ist die Kombination aus Ganzkörper-Kräftigungsübungen, die auf sensomotorischen Trainingskonzepten beruhen und konsequent Perturbationen einbeziehen. Das Programm besteht im Wesentlichen aus vier Grundübungen, die nahezu überall durchgeführt werden können und die in insgesamt 12 Schwierigkeitslevels abgestuft sind. Dadurch kann das Programm an die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden angepasst werden und ist sowohl bei Untrainierten als auch im Hochleistungssport einsetzbar.

Die Wirksamkeit dieses Programms konnte in einer großen Multicenter Studie mit über 1500 Patientinnen und Patienten sowie in vielen kleinen Begleitstudien nachgewiesen werden. Es führt neben einer Reduktion von Rückenschmerzen sowohl zu einer verbesserten Kraftfähigkeit der Rückenmuskulatur als auch zu einer Verbesserung der durch Rückenschmerz hervorgerufenen Einschränkungen im täglichen Leben.

Dieses Trainingsprogramm haben wir in ein anwendungsfreundliches Kursformat zur Vorbeugung von Rückenschmerz transferiert. Auch in diesem Format wurden zahlreiche positive Effekte gefunden. Das Konzept wurde bei der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert und steht nun für alle Krankenversicherten zur Verfügung.

Voraussetzung für das Anbieten von Ran Rücken Kursen ist eine Grundqualifikation (z.B. Sportwissenschaftler*in, Physiotherapeut*in, Sport-/Gymnastiklehrer*in, etc.), eine aktuelle Rückenschullehrer-Lizenz und die Ran Rücken – Lizenz. Durch Abschluss der zweitägigen Schulung mit 15 UE erhalten Sie diese Lizenz. Darüber hinaus streben wir eine Anerkennung zur Auffrischung Ihrer Rückenschullehrer-Lizenz durch diese Fortbildung an. Ein Fortbildungsportfolio ist verfügbar.

Mit sportlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Petra Platen

 

Kursdauer

Zwei Tage, 15 UE á 45 min

 

Kursinhalte

  • Das Ran Rücken Trainingsprogramm
  • Perturbation – zielgerichtete Anwendung
  • Vorstellung von Studienergebnissen
  • Informationsvermittlung im Kurs
  • Schmerzverarbeitung
  • Evaluation und Networking
  • Ansprechendes Kursmaterial

 

Kursort

Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Sportwissenschaft
Gesundheitscampus Nord 10
44801 Bochum

 

Fortbildungstermine

Samstag, 25.05.2019, 9:00-18:00 Uhr und
Sonntag, 26.05.2019, 9:00 – 12:30 Uhr

Freitag, 26.07.2019, 14:00-19:30 Uhr und
Samstag, 27.07.2019, 9:00-17:00 Uhr

 

Kursgebühr

250,- Euro

 

Zur Anmeldung nutzen Sie bitte folgendes Formular: Anmeldung zur Fortbildung RanRücken

 

MSB – Machbarkeitsstudie B

MSB – Machbarkeitsstudie B

F. Mayer (Universität Potsdam), N. Streich (Universitätsklinikum Heidelberg), P. Kasten (Universitätsklinikum Dresden), C. Schneider (Schön Klinik München Harlaching), W. Banzer (Goethe-Universität Frankfurt/Main)

Studie als PDF-Datei zum Download

Einleitung & Problemdarstellung

Meist werden Defizite bei Rückenschmerzen auf neuronaler, muskulärer und/oder struktureller Ebene für die Beschwerdeentstehung und -persistenz genannt. Darüber hinaus sind psychische und psychosoziale Einflussfaktoren evident. Körperliches Training zeigt in der Prävention und Rehabilitation oftmals eine hohe Effizienz, allerdings bleibt für den Einzelfall unklar, welche Dosis-Wirkung zu struktureller und funktioneller Anpassung führt und letztlich tatsächlich eine Risiko- und Beschwerdeminderung erreicht (1,2,3). Unklar ist derzeit, in wie fern ein sensomotorisches Training bzw. eine Kombination aus einem sensomotorischen Training (SMT) mit verhaltenstherapeutischen Modulen (SMT+VT) zur Beschwerdereduktion, zur Optimierung funktionaler Kenngrößen der Belastbarkeit sowie zur Risikoreduktion von CURS eingesetzt werden können (1,4).

Ziel der Studie ist die Überprüfung der Machbarkeit einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie (RCT) im Multicenterdesign zur Validierung einer präventiven und therapeutischen Intervention (SMT, SMT/VT) unter dem Fokus der Risiko- und Beschwerdereduktion von chronisch unspezifischen Rückenbeschwerden im Spitzensport und in der Allgemeinbevölkerung.

Methodik

Studiendesign: Die Untersuchung erfolgt als randomisierte, kontrollierte klinische Studie (RCT) im Multicenterdesign. Die Intervention wird im Längsschnitt, parametrisiert über die isolierte Adaptation und das Wechselspiel muskulärer und neuronaler Strukturen sowie die Schmerzwahrnehmung evaluiert. Trainingsmaßnahmen für den Rumpf, alleine und in Kombination mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, werden im Vergleich mit einer unbehandelten Kontrollgruppe analysiert. Die Interventionszeit beträgt 12 Wochen (center-based (3 Wochen) und home-based (9 Wochen), der Gesamtbeobachtungszeitraum zur Beurteilung der Nachhaltigkeit 24 Wochen.

Probandenrekrutierung: Die Probanden werden in den 5 bundesweiten Studienzentren rekrutiert. Eingeschlossen werden Personen aus der Allgemeinbevölkerung und dem Spitzensport mit und ohne Rückenschmerzen. Die Einschlusskriterien beinhalten: beiderlei Geschlecht, ein Alter von 18-65 Jahre, Proband versteht deutsch in Wort und Schrift und der Proband kann selbständig einen  digitalen Fragebogen beantworten. Als Ausschlusskriterien sind definiert: akuter Infekt; Schwangerschaft; nicht vorhandene „Stehfähigkeit“; nicht in der Lage sich selbständig aus einer liegenden Position in den Stand zu bewegen; Unfähigkeit alleine einen Fragebogen auszufüllen; Erkrankungen, aufgrund derer körperliche Aktivität kontrainduziert ist; bestehende Schmerzen am Rücken bei Studieneinschluss, die innerhalb der letzten 7 Tage (akut) aufgetreten sind; bisherige/weitere Teilnahme an anderen MiSpEx-Studien.

Die 3 Interventionsgruppen sind wie folgt definiert:

  1. Kontrollgruppe (KG): keine Intervention
  2. Interventionsgruppe 1 (SMT, unimodal): sensomotorische-/kräftigende Trainingsübungen für den Rumpf. Die Intervention erfolgt 3-mal pro Woche über 12 Wochen mit der Dauer von jeweils 45 Min.
  3. Interventionsgruppe 2 (SMT+VT, multimodal): sensomotorische-/kräftigende Trainingsübungen für den Rumpf + Verhaltenstherapeutische Maßnahmen. Die Intervention erfolgt 3-mal pro Woche über 12 Wochen mit der Dauer von jeweils 45 Min.

Primäre Endpunkte (HZK1):

  1. Rückenschmerz: Erfassung über den Schmerzfragebogen von Korff unter Berechung der Korff Grade (0-4).
    Messzeitpunkte: vor Intervention(M1), nach 3(M2), 6(M3), 12(M4) und 24 Wochen(M5)

Sekundäre Endpunkte (HZK2):

  1. Rückenschmerzhäufigkeit (n) in den letzten 3 Monaten (Fragebogen)
  2. posturale Kontrolle: Erfasst im Einbeinstand auf einer Bodenreaktionskraftmessplatte über den Center of Pressure (COP, [mm]) und über den Star Excursion Balance Test (Y-Test)
  3. komplexe (sportmotorische) Leistungsfähigkeit bei Sprüngen (Fz, [N]; Sprungdauer, [ms])
  4. Rumpfkraft: isokinetische maximale Rumpfkraftbestimmung [Nm] und normalisiert auf das Körpergewicht Nm/kg BW]
  5. Ermüdung: Erfassung über die Sprungkraftveränderung (Fz) vor/nach Ermüdung
    Messzeitpunkte: Vor Intervention, nach 3, 6, 12 und 24 Wochen

Moderierende Faktoren:

  1. Trainingszustand, 2. Schmerzerleben, 3. psychophysischer Stress, 4. Lebenskontext, 5. Versorgungskontext

Statistik:

Nach Plausibilitätskontrolle wurde eine multiple Imputation der „Missing Values“ durchgeführt (Verfahren bei HZK1, 2: AMELIA in R). Es erfolgte eine deskriptive (Mittelwert ± SD) und hypothesenprüfende Statistik (u.a.: Chi2, ANOVA (α=0,05); JMP 9).

Ergebnisse

Von 725 in die Studie eingeschlossenen Probanden konnten nach Imputation 480 der Auswertung im Längsschnitt zugeführt werden (Geschlecht m/w: 194/286, Alter 39±14, Größe 173±9, Gewicht 72±14). Randomisiert in die 3 Gruppen (KG, SMT, SMT+VT) führt dies zu den folgenden Gruppencharakteristika:

  • KG: Geschlecht m/w: 51/79, Alter 33±13, Größe 172±9, Gewicht 70±14
  • SMT: Geschlecht m/w: 69/96, Alter 41±13, Größe 173±9, Gewicht 72±15
  • SMT+VT: Geschlecht m/w: 74/93, Alter 42±13, Größe 174±10, Gewicht 74±14

Über die center-based (M1-M2) und home-based (M1-M4) Phase reduziert sich die Anzahl an Personen mit starken Rückenschmerzen Korff Grad ≥2 und erhöht sich mit keinen bzw. geringen Rückenschmerzen Korff Grad ≤1. Der Korff Grad reduziert sich in den Interventionsgruppen gegenüber der Kontrollgruppe nicht statistisch signifikant (p>0,05).

Variablen der neuronalen Adaptation (HZK2: posturale Kontrolle; Sprungleistungsfähigkeit; Rumpfkraft) weisen zwischen den Untersuchungsgruppen unterschiedliche Ausgangsniveaus auf (p<0,05). Es zeigen sich Interventionseffekte für SMT und SMT+VT in der neuronalen Adaptation (p<0,05). Abb. 1 zeigt beispielhaft die maximale isokinetische Rumpfkraft (Extension) in den Untersuchungsgruppen über die Messzeitpunkte M1, M2 und M4.

Interventionsgruppe_Messtag

Abb. 1: Maximale isokinetische Rumpfkraft in der Extension (normiert auf das Körpergewicht (BW); Nm/kg BW) in den drei Untersuchungsgruppen (KG; SMT+VT; SMT) nach Messzeitpunkt (M1: Baseline, M2: nach center-based Phase, M4: nach home-based Phase; Mittelwert ±95% KI).

Die moderierenden Faktoren zeigen niedrige bzw. keine Korrelation mit den HZK1/2.

Die Überprüfung der Machbarkeit der Studie zeigte, dass insgesamt 66% auch an M5 wieder erfasst werden konnten. Die Compliance der Probanden in der Intervention  war in der center-based Phase hoch (90% absolvierten 6-9 von 9 Einheiten) und reduzierte sich in der home-based Phase (58% absolvierten 18-27 von 27 Einheiten). Von den 12 möglichen Schwierigkeitslevels der Trainingsintervention erreichten ca. 1/3 der Probanden das 12. Level und 2/3 maximal Level 4 bis 11. Insgesamt konnten von den an M1 erfassten Probanden noch ≈66%  an M5 wieder erfasst werden.

Diskussion

Die multicenter-Studie konnte positive Interventionseffekte auf die Hauptzielkriterien zeigen. Obwohl eine relevante Reduktion der Probanden mit hohen Rückenschmerzwerten (HZK1: Korff Grad ≥2) durch die Intervention erfolgte, war dies nicht über eine statistische Signifikanz abzusichern. Die relativ kleine Anzahl der Probanden mit initial hohen Schmerzgraden kann hierfür maßgeblich sein. Die nachweisbaren funktionalen Effekte (HZK2) scheinen sich stärker auf die posturale Kontrolle und die Maximalkraft des Rumpfes, dagegen schwächer auf die komplexe Sprungkraftleistungsfähigkeit auszuwirken. Die spezifische Übungsauswahl und Durchführung der Intervention (moderate Geschwindigkeit) könnte hierfür ausschlaggebend sein.

Zusammenfassend wird jedoch das theoretische Konstrukt der neuronalen Adaptation (sensomotorisches Training) zur Prävention/Rehabilitation von Rückenschmerzen durch die Ergebnisse gestützt (6). Zu diskutieren ist dabei der mögliche Einfluss unterschiedlicher Ausgangswerte zwischen den drei Gruppen (KG, SMT, SMT+VT) an M1 auf die Ergebnisse. Außerdem weisen die erfassten Variablen eine hohe Variabilität auf, die die Heterogenität der untersuchten Probanden wiederspiegelt. Eine zusätzliche zielgruppenadäquate (z.B. Leistungssportler/Allgemeinbevölkerung) Differenzierung des Interventionsprogrammes (aktuell: 12 Schwierigkeitslevel + Zusatzlasten) scheint nicht durch die Ergebnisse gestützt

Zusammenfassung

Die Machbarkeit einer multizentrischen klinischen Interventionsstudie zur Prävention bzw. Rehabilitation von Rückenscherzen im Leistungssport und der Allgemeinbevölkerung scheint gegeben. Aufgetretene Limitationen konnten identifiziert werden und Einfluss in die Planung/Umsetzung einer multizentrischen Folgestudie finden. Die inhaltliche Betrachtung der Ergebnisse zeigt außerdem die positive Beeinflussbarkeit von Rückenschmerzen und der neuronalen Adaptation durch ein kombiniert center-/home-based durchgeführtes sensomotorisches Training mit und ohne verhaltenstherapeutischen Maßnahmen.

Literatur

  1. Choi BK, Verbeek JH, Tam WW, Jiang JY. Exercises for prevention of recurrences of low-back pain. In: 2010, p. CD006555.
  2. van Tulder MW, Malmivaara A, Esmail R, Koes BW. Exercise therapy for low back pain (Cochrane Review). In: The Cochrane Library, Issue 4, 2003. Chichester, UK: John Wiley & Sons, Ltd.
  3. Wang X-Q, Zheng J-J, Yu Z-W, Bi X, Lou S-J, et al. (2012) A Meta-Analysis of Core Stability Exercise versus General Exercise for Chronic Low Back Pain. PLoS ONE 7(12): e52082. doi:10.1371/journal.pone.005208.
  4. Mannion AF, Caporaso F, Pulkovski N, Sprott H. Spine stabilisation exercises in the treatment of chronic low backpain: a good clinical outcome is not associated with improved abdominal muscle function. Eur Spine J (2012) 21:1301–1310, DOI 10.1007/s00586-012-2155-9
  5. Kamper SJ, Apeldoorn AT, Chiarotto A, Smeets RJ, Ostelo RWJG, Guzman J, van Tulder MW. Multidisciplinary biopsychosocial rehabilitation for chronic low back pain. Cochrane Database of Systematic Reviews 2014, Issue 9. Art. No.: CD000963. DOI: 10.1002/14651858.CD000963.pub3Kamper 2014
  6. Borghuis J, Hof AL, Lemmink KA. The importance of sensory-motor control in providing core stability: implications for measurement and training. Sports Med. 38:893-916, 2008.

Kontaktadresse [stellvertretend für die Prüfzentren, s. Autoren]

Prof. Dr. Frank Mayer
Universität Potsdam – Professur für Sportmedizin & Sportorthopädie
Am Neuen Palais 10 Haus 12
14469 Potsdam

Rückenschmerzen – was wirkt?

Rückenschmerzen – was wirkt?

MiSpEx – Forschung zur Diagnostik, Prävention und Therapie von Rückenschmerzen im Spitzensport und der Gesamtgesellschaft

Chronisch unspezifische Rückenschmerzen (CURS) sind sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch im Spitzensport häufig und damit von zentraler gesundheits- und sozioökonomischer Bedeutung. (1, 11, 16, 18) In der Regel gehen die Beschwerden mit Einschränkungen der Funktion und der körperlichen Belastbarkeit, Trainings-, Wettkampf- bzw. Arbeitsausfällen und hohen Kosten für die Patienten und das Gesundheitssystem einher. (1, 4) Dr. Steffen Müller und Prof. Dr. Frank Mayer von der Hochschulambulanz der Universität Potsdam stellen das vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft geförderte MiSpEx-Projekt vor.

Neuromuscular response of the trunk to sudden gait disturbances: Forward vs. backward perturbation

Neuromuscular response of the trunk to sudden gait disturbances: Forward vs. backward perturbation

The study aimed to analyse neuromuscular activity of the trunk comparing four different perturbations during gait.

Thirteen subjects (28 ± 3 yrs) walked (1 m/s) on a split-belt treadmill, while 4 (belt) perturbations (F1, F2, B1, B2) were randomly applied. Perturbations differed, related to treadmill belt translation, in direction (forward (F)/backward (B)) and amplitude (20 m/s2 (1)/40 m/s2 (2)). Trunk muscle activity was assessed with a 12-lead-EMG. EMG-RMS [%] (0–200 ms after perturbation; normalized to RMS of normal gait) was analyzed for muscles and four trunk areas (ventral left/right; dorsal left/right). Ratio of ventral: dorsal muscles were calculated. Muscle onset [ms] was determined. Data analysis was conducted descriptively, followed by ANOVA (post hoc Tukey-Kramer (a = 0.05)).

All perturbations lead to an increase in EMG-RMS (428 ± 289%). F1 showed the lowest and F2 the high- est increase for the flexors. B2 showed the highest increase for the extensors. Significant differences between perturbations could be observed for 6 muscles, as well as the 4 trunk areas. Ratio analysis revealed no significant differences (range 1.25 (B1) to 1.71 (F2) between stimuli. Muscle response time (ventral: 87.0 ± 21.7 ms; dorsal: 88.4 ± 17.0 ms) between stimuli was only significant (p = 0.005) for the dorsal muscles.

Magnitude significantly influences neuromuscular trunk response patterns in healthy adults. Regardless of direction ventral muscles always revealed higher relative increase of activity while com- pensating the walking perturbations.

Stumbling reactions during perturbed walking: Neuromuscular reflex activity and 3-D kinematics of the trunk

Stumbling reactions during perturbed walking: Neuromuscular reflex activity and 3-D kinematics of the trunk

Reflex activity of the lower leg muscles involved when compensating for falls has already been thoroughly investigated. However, the trunk’s role in this compensation strategy remains unclear. The purpose of this study, therefore, was to analyze the kinematics and muscle activity of the trunk during perturbed walking. Ten subjects (29±3 yr;79±11 cm;74±14 kg) walked (1 m/s) on a split-belt treadmill, while 5 randomly timed, right-sided perturbations (treadmill belt deceleration: 40 m/s2) were applied. Trunk muscle activity was assessed with a 12-lead-EMG. Trunk kinematics were measured with a 3D-motion analysis system (12 markers framing 3 segments: upper thoracic area (UTA), lower thoracic area (LTA), lumbar area (LA)). The EMG–RMS [%] (0–200 ms after perturbation) was analyzed and then normalized to the RMS of normal walking. The total range of motion (ROM;[°]) for the extension/flexion, lateral flexion and rotation of each segment were calculated. Individual kinematic differences between walking and stumbling [%; ROM] were also computed. Data analysis was conducted descriptively, followed by one- and two-way ANOVAs (α¼ 0.05).

Stumbling led to an increase in ROM, compared to unperturbed gait, in all segments and planes. These increases ranged between 107±26% (UTA/rotation) and 262±132% (UTS/lateral flexion), significant only in lateral flexion. EMG activity of the trunk was increased during stumbling (abdominal: 665±283%; back: 501±215%), without significant differences between muscles.

Provoked stumbling leads to a measurable effect on the trunk, quantifiable by an increase in ROM and EMG activity, compared to normal walking. Greater abdominal muscle activity and ROM of lateral flexion may indicate a specific compensation pattern occurring during stumbling.